Die Hand des Vaters
Erscheinungstag 23.10.2026
Warum der deutsche Mittelstand an Mustern scheitert, die er nie gewählt hat. 2026.
Rüsselsheim · Wiesbaden · Midyat · Istanbul · Dubai
Ein Leben, das niemand so geplant hätte.
Ein stotternder Junge aus Rüsselsheim, der zu Hause und auf der Straße Gewalt lernt, steht nachts als Türsteher vor Diskotheken und fährt ab vier Uhr morgens Lkw. Er baut eine Firma mit über vierzig Lastwagen auf, veranstaltet Partys, verliert alles, steht wieder auf, holt Stars aus der Türkei auf deutsche Bühnen, berät Fußballprofis und setzt mit zwei Kinofilmen fast eine Million Euro in den Sand. Heute begleitet er von Dubai aus Unternehmerinnen und Unternehmer, und sein neues Buch heißt Die Hand des Vaters.
Der Zeitstrahl
Neunzehn Kapitel erzählen, wie aus einem stotternden Jungen aus Rüsselsheim ein Mann wird, dem Unternehmerinnen und Unternehmer vertrauen, nicht nur mit ihren Zahlen, sondern mit ihrem Leben.
1986 · Rüsselsheim, Dicker Busch
Am 10. November 1986 kommt Ömer Kaya in Rüsselsheim zur Welt, in der Opel-Stadt mitten im Ballungsgebiet, die niemand eine Vorzeigegegend nennt. Die Großeltern sind 1978 aus Kayseri gekommen, die Eltern 1984. Der Großvater arbeitet bei Opel, der Vater im Schichtdienst bei den Schott Glaswerken, und wenn er nicht arbeitet, schläft er oder spielt im türkischen Kulturcafé Karten.
Die Mutter trägt Kopftuch, spricht kein Wort Deutsch und ist mit siebzehn Mutter geworden. Geld fehlt immer, und der Junge spürt es. Urlaub heißt: Die ganze Familie packt das Auto, fährt dreitausend Kilometer bis in ein Dorf bei Kayseri und kehrt nach sechs Wochen direkt zurück in Fabrik und Schule. Den ersten Strand seines Lebens sieht er mit achtzehn.
Was ihm fehlt, ist nicht nur Geld. Von seinem Vater hört er in all den Jahren keinen einzigen Satz wie diesen: „Bravo, mein Sohn.“
Ich bin 1986 in Rüsselsheim geboren und dort aufgewachsen. Im Ghetto, wenn man ehrlich ist.
Die LektionWas dir als Kind gefehlt hat, treibt dich später an, und solange du es nicht erkennst, steuert es dich.
Die Neunziger · Draußen, Rüsselsheim
Die Opel-Stadt hat keinen guten Ruf, selbst die Polizei ist hier teilweise überfordert, und der Dicker Busch gilt als sozialer Brennpunkt. Draußen in Rüsselsheim, zwischen Hochhäusern, Siedlungen und Bolzplatz, an der Walter-Köbel-Halle, an der McDonald's-Ecke und in Königstädten, hängen vierzig, fünfzig Kinder herum, Türken, Deutsche, Italiener und Spanier. Über diese Zeit sagt er nur: „war brutal“.
Seine besten Freunde sind ältere Jungs. Der Tag beginnt mit Trickfilm und Frühstück, danach wird Fußball gespielt bis abends, und sein erster Verein sind die Sportfreunde Bischofsheim.
Und trotzdem ist es eine tolle Kindheit, sagt er heute. Man ist eher stolz, und Respekt ist noch da. Ömer Kaya ist einer von der Straße.
Gleichzeitig wächst du im Ghetto auf und siehst, dass die Straße ihr eigenes Rechtssystem hat. Dir bleibt nicht viel Wahl.
Die LektionRespekt verdienst du dir auf der Straße wie in der Firma, durch Haltung und nicht durch Titel oder Geld.
Die Neunziger · Rüsselsheim
Er stottert, und wenn in der Klasse reihum vorgelesen wird, braucht er für ein einziges Wort gefühlt eine Stunde. Mit etwa zwölf diagnostiziert man ADHS und bietet ihm Tabletten an, und der Junge lehnt selbst ab. Kommt die Mutter zum Elternsprechtag, dolmetschen Nachbarinnen für sie, die Lehrerin nickt höflich, und er sitzt daneben und weiß: „Von dieser Unterhaltung hängt mein Leben ab, und keiner in diesem Raum hat die Sprache, um mein Leben zu verteidigen.“
Zu Hause gelten Schläge als Erziehungsmittel, und bei Gewitter verkriecht sich der ängstliche Junge unter der Heizung. Mit neun schlägt er zum ersten Mal richtig zurück, erst selten, dann regelmäßig, gegen Jungs, die größer und älter sind, und er kassiert viel Prügel. Sein Gesicht trägt bis heute viele Narben, an der Nase, an der Stirn, überall. Wer näher hinschaut, sieht sie, und ein paar verdeckt der Bart.
Beschwerdebriefe kommen nach Hause, auf Klassenfahrten darf er mehrmals nicht mit, und als die Klasse ihn zum Klassensprecher wählt, nimmt ihm der Lehrer das Amt am zweiten Tag wieder ab. „Keiner hat an mich geglaubt.“
Mit dreizehn steht er im Rüsselsheimer Boxclub, eigentlich um jedem, der ihn anfasst, das Maul zu stopfen. Sein Trainer, der Belgier Francis Roebben, holt ihn zu Hause ab, fährt ihn zum Training, gibt ihm Nachhilfe und kocht für ihn Nudeln mit Thunfisch, Tomaten und Sahne. Mit jedem Training geht die Gewalt zurück, und Jahre später holt er mit seiner eigenen Transportfirma das Klavier seines Trainers aus Belgien nach Wiesbaden.
Francis hat mich reingeholt, als mich die Welt abgeschrieben hatte.
Die LektionEin einziger Mensch, der an dich glaubt, lenkt deine Kraft um, und für deine Leute kannst du dieser Mensch sein.
Mit sechzehn · Rüsselsheimer Innenstadt
Mit sechzehn verliert er sein Vorbild. Der Vater wird arbeitslos, verbringt seine Zeit am Computer, die Familie hat massive Geldprobleme, und zu Hause gibt es keinen Frieden mehr. Die Familie zerbricht fast, und die Unruhe dauert sieben, acht Jahre.
Er arbeitet im Internetcafé eines älteren Kumpels in der Innenstadt, druckt, kopiert und scannt für andere und verkauft nebenbei Uhren und Parfüm. Dann entdeckt er bei eBay Uhren der Marke Calvaneo, eine Marke, die kaum jemand kennt, zehn Stück auf der ganzen Plattform. Er kauft alle zehn.
Das ist kein Zufall, sondern Kalkül: Ist kein einziges Angebot mehr übrig, kann keiner seiner Käufer den Preis nachsehen. Im Café verkauft er die Uhren für das Doppelte, und mehr nimmt er nie, auch wenn er könnte: „Doppelt, nicht dreifach, nicht vierfach. Nie mehr als das Doppelte.“ Die Grenze zieht kein Verbot, sondern sein Ehrenkodex. Und da begreift er, wie die Welt funktioniert: „Ich kann weiter stottern, aber Money talks für mich.“
Bis heute arbeite ich so. Ich will nur das, was mir zusteht.
Die LektionKann dein Kunde den Preis nicht vergleichen, bestimmst du die Marge, und die Grenze setzt du dir selbst.

Mit achtzehn · Rüsselsheim
Eines Tages schaut er im Café in den Spiegel und sieht einen unglücklichen Jungen, der drei Euro und fünf Euro hinterherrennt. „Das soll dein Leben sein?“, fragt ihn das Spiegelbild, und es ist der größte Aufstand, den er bis dahin gegen sich selbst führt. Danach vermittelt er nebenher Bausparverträge, hereingeholt von einem Familienfreund und Mentor, A. A.
Der erste Abschluss bringt ihm 1.300 Euro, er ist überglücklich, und am selben Tag hat er seinem kleinen Bruder Kino versprochen. Nur kurz noch ins Café, die Tasche voller Geld: fünf Euro in den Spielautomaten, zwanzig gewonnen, dann hundert verloren und noch einmal hundert, um sie zurückzuholen, bis alles weg ist. Als der Bruder fragt, ob sie jetzt gehen, kann er ihm die Wahrheit nicht sagen, nur dass das Kino ausfällt und sie zu Hause spielen.
Bis er in seinem Zimmer ist, hält er sich zusammen, dann weint er stundenlang. Es geht nicht nur ums Geld, es geht um das gebrochene Versprechen und die Scham vor dem kleinen Bruder. Einen Automaten rührt er nie wieder an.
An dem Tag, an dem ich dachte, alles verloren zu haben, habe ich in Wahrheit sehr viel gewonnen.
Die LektionWer verlorenem Geld weiteres hinterherwirft, um es zurückzuholen, verliert am Automaten wie in der Firma immer mehr.
2005 · Nauheim, Kinos, Diskotheken
Mit achtzehn fährt er jeden Tag mit dem Mercedes C180 seines Vaters zu seinem Nebenjob in der Druckerei, und die glänzenden Alufelgen hat er bis heute vor Augen. Eines Tages ist der Wagen verkauft, ohne ein Wort. Nicht das Auto tut weh, sondern was dahinter steht: Ich bin dir egal. Zum ersten Mal schwört er sich, sein Leben zu ändern.
Als Makler fährt er mit dem Fahrrad von Eigentümer zu Eigentümer und holt 2005 in Nauheim seinen ersten Auftrag. Objekte bekommt er, verkaufen kann er nichts, denn für Werbung fehlt das Geld, und beim Bausparen trauen die Leute seinem Kindergesicht ohne Bart nicht.
Das Geld reicht nicht, also arbeitet er abends und nachts. Er fährt Transporter und liefert Popcorn an Kinos, in manchen Nächten ist er Sicherheitsmann im Kino, in anderen steht er als Türsteher vor Diskotheken. Am Morgen, in der süßesten Schlafstunde, steht er weinend auf und geht wieder arbeiten.
Ohne Abkürzungen, wie verrückt arbeiten. Das steckt dahinter.
Die LektionFehlt dir das Kapital, bezahlst du mit Zeit und Schlaf, und eine Abkürzung gibt es nicht.
2007 · Vier Uhr morgens
Er macht den Lkw-Führerschein und fährt für 1.800 Euro Stadtlieferungen einer Spedition, und es ist die härteste Arbeit seines Lebens. Um vier Uhr steht er auf, lädt Ware für fünfundzwanzig Kunden, fährt um acht los und liefert aus, mindestens vierzehn Stunden am Tag. Es gibt Momente, in denen er sich wünscht, Gott möge ihn einfach holen.
Dann folgen sechs Monate Lizenzkurs für den Güterkraftverkehr: nach dem Lkw ohne Pause in den Unterricht, um elf Uhr nachts nach Hause und um vier wieder hoch. Mathematik, Jura, Verfassungsrecht, Arbeitsrecht und Betriebsführung sind für einen, der zweimal sitzengeblieben ist, wie ein BWL-Studium, und 2007 besteht er alle Prüfungen.
Die sechs Monate haben seinen Körper zerstört. An einem Morgen gegen halb vier liegt draußen fast knietief Schnee, und er kann nicht aufstehen, weil sich in seinen Achselhöhlen Abszesse gebildet haben. Er schaut aus dem Fenster und weint, vielleicht eine halbe Stunde. Dann drückt er die Wunden mit den Armen zusammen, steht auf und fährt los. Heute ist sein Körper voller Narben, und die unter den Achseln sind immer noch da.
Bis heute trage ich die Narben unter den Achseln. Jeden zweiten Tag sehe ich sie.
Die LektionDein Körper führt Buch über jede Nacht ohne Schlaf, und die Rechnung kommt, auch wenn du nicht hinsiehst.

2008 · Die eigene Firma
Mit der Lizenz gründet er sein eigenes Transportunternehmen, sein Einkommen steigt auf 3.600 Euro, und er fährt weiter selbst Lkw. 2008 steht er plötzlich allein vor zwanzig Männern, alle Freunde seines Vaters, alle so alt wie sein Vater, und alle schreien. Sie wollen kündigen, und wenn sie gehen, ist er sofort bankrott.
Er hat nie öffentlich gesprochen, und seine Chance, sie zu halten, schätzt er so groß ein, wie ohne Seil auf den Ararat zu klettern. Da fällt sein Blick auf die Gewerbeerlaubnis an der Wand, auf der sein Name steht. Er steht auf, eine unsichtbare Hand an der Kehle, und redet.
Kein Einziger kündigt. Am Eingang umarmt er den verblüfften Wachmann, geht tanzend nach Hause und weint vor Stolz, und der Junge, der stotterte und sich nur mit Fäusten ausdrücken konnte, weiß jetzt: „Ich kann reden. Ich bin eine Maschine.“ Aus dem Einzelunternehmen wird die OKay Group, mit über vierzig Lkw, über sechzig Mitarbeitern und mehr als fünf Millionen Euro Umsatz im Jahr.
Ich kann nichts garantieren. Was nächsten Monat passiert, weiß ich nicht. Aber ich werde weiterkämpfen. Für die, die bleiben, und mit denen, die bleiben.
Die LektionFührung beginnt, wenn du nichts versprechen kannst und trotzdem sagst, dass du bleibst und kämpfst.
Mit zweiundzwanzig · Rüsselsheim und Bischofsheim
Zu Hause gibt es seit Jahren Streit, und sein Geld gibt er bewusst nicht ab, weil er fürchtet, dass der Vater sich sonst ganz aus der Verantwortung zieht. Er will, dass die Familie zusammenbleibt, und gleichzeitig steht die Verlobung mit Gülşah bevor. Schließlich stellt er den Vater vor die Wahl: „Entweder du gehst, oder wir.“ Der Vater sagt nur: „Geht.“
Er verlässt die Wohnung im vierten Stock, in der er zweiundzwanzig Jahre gelebt hat, mit der Mutter, dem siebzehnjährigen Bruder und der neunjährigen Schwester. Zwischen Kartons, Tüten und dem Nachtlicht der Schwester schaut die Mutter ihn an wie eine Stewardess, wenn das Flugzeug in Turbulenzen gerät, ruhig, obwohl sie weiß, dass es nicht ruhig ist. Als sie schon in der Tür stehen, ruft der Vater ihnen hinterher: „Geht nicht!“ Sie gehen trotzdem.
Die Familie kommt bei Verwandten unter, er selbst schläft bei einem Freund in Bischofsheim in einem Abstellraum, zwischen Kartons und alten Möbeln. Die Wohnung, die er wenige Wochen zuvor zusammen mit dem Vater bei einer Zwangsversteigerung auf seinen Namen gekauft hat, muss er nun allein halten, ohne Geld vom Vater und mit zu wenig Bonität. Er schafft es: Mutter und Geschwister ziehen ein, und die Familie ist wieder zusammen.
Hast du jemals eine Kugel gesehen, die nach dem Abschuss zurückkehrt?
Die LektionWer nach dem Sturz sofort auf die Lösung schaut statt auf den Schmerz, gewinnt die Zeit, die andere mit Selbstmitleid verlieren.
Ab 2009 · Security, Partys, Konzerte
Am 24. April 2009 wird die OKay Trans GmbH eingetragen, und daraus wächst die OKay Group, eine Holding mit OKay Autovermietung, OKay Clean und OKay Security. OKay Security macht Personenschutz. Wenige Jahre zuvor stand er selbst nachts als Türsteher vor Diskotheken, jetzt gehört ihm die Sicherheitsfirma.
Und die Nächte gehören jetzt ihm: Er veranstaltet Partys, an mehreren Standorten. Der Mann, der früher an fremden Türen stand, lädt jetzt selbst ein.
Über die Jahre wird die Bühne größer. Er holt große Sänger aus der Türkei nach Deutschland oder ist Hauptsponsor ihrer Konzerte, darunter Bülent Ersoy, İrem Derici und Mustafa Ceceli. Er veranstaltet Konzerte und ist Sponsor bei großen Vereinen und Veranstaltungen.
Reich werden, so etwas war nie einer meiner Träume. Ich habe davon geträumt, dass man mich kennt.
Die LektionBeziehungen sind Kapital: Wer Menschen zusammenbringt, baut ein Netzwerk, das sich mit keinem Budget der Welt kaufen lässt.
2011 · Der Absturz
2011 heiratet er Gülşah, die Hochzeit bezahlt er ganz allein, danach geht es für elf Tage auf die Malediven. Als die beiden nach Hause kommen, die Koffer noch in der Hand, liegt an der Tür ein Brief aus einem Steuerverfahren, und darin steht eine Zahl: 850.000 Euro. Er kippt um, buchstäblich.
Im selben Jahr bricht er zusammen, ein Burnout, und es folgt die private Insolvenz. Ein halbes Jahr lang steht er morgens auf, läuft herum, isst und trainiert, mehr geht nicht. Sie verkaufen die eigene Wohnung samt Möbeln, ziehen zu seiner Mutter in die Wohnung, in der er damals die Familie untergebracht hat, und suchen unter den Sofakissen nach zwanzig Cent. Es bleibt nicht bei diesem einen Burnout, und auch Angststörungen und Panikstörungen gehören zu seinem Weg als Unternehmer.
Gülşah macht in dieser Zeit ihren Master, und er sorgt dafür, dass sie weiterstudiert, egal was passiert. Wenn er am Boden liegt, schüttelt sie ihn: „Steh auf! Bist du das?“ Noch Ende 2011 gründet er ein zweites Transportunternehmen, und obwohl das Verfahren noch läuft, kommen Menschen und arbeiten mit ihm. Eingestellt wird es erst 2019, am Ende zahlt er rund 185.000 Euro.
Mich hat meine Frau gehalten. Im Leben und auf den Beinen.
Die LektionWenn alles weg ist, bleiben dir dein Ruf und die Menschen an deiner Seite, und mit ihnen baust du wieder auf.

2006 bis 2025 · Finanzvertrieb
Neben den Lastwagen läuft die Finanzbranche immer mit, seit dem ersten Bausparvertrag und später als Hauptvertreter der Allianz. 2011 wird er Gebietsleiter bei der BKM, 2013 Bezirksdirektor, und der Junge, dem die Leute wegen seines Kindergesichts nichts abnehmen wollten, führt jetzt rund 160 Leute. Seine Devise klingt einfach: „wenig Arbeit, viel Geld“.
2015 wirbt ihn die Inter Versicherungsgruppe ab, und dort bleibt er bis Juli 2025. Früher saß er selbst am Steuer, jetzt fährt sein Gesicht auf den Planen von Lastwagen über die Autobahnen.
Was ich heute mache, hat dort seine Wurzeln. Es ist gewachsen, verzweigt, vervielfacht. Aber der Kern von heute wurde dort gelegt.
Die LektionMit Stunden wirst du nicht reich, erst wenn du Menschen führst, verdienst du an Entscheidungen statt an deiner eigenen Arbeitszeit.

April 2016 · Mainz und Istanbul
Im April 2016 nimmt er Schauspielunterricht, in Mainz und in Istanbul, und in seinem Leben wird aus Schwarzweiß Farbe. Für ihn ist der Film zuerst eine Rechnung, die aufgehen soll, eine Investition, die sich vervielfachen soll.
Im Juni 2017 erscheint sein Werbespot für Kredite. Dessen Slogan Hayatınızda Keşkelere Yer Vermeyin, lass kein Hätte-ich-doch in deinem Leben zu, wird drei Jahre später der Titel seines ersten Buches.
Ich wollte aus 8 16 machen, aus 16 32, und aus 23 wollte ich 320 machen.
Die LektionAuch eine Leidenschaft, die du als Investition rechnest, braucht ein Limit, bevor das erste Geld fließt.
Etwa 2016 bis 2019 · Deutschland
Der Junge, der jeden Tag bis abends Fußball gespielt hat, kehrt zum Fußball zurück, diesmal als Berater. Etwa von 2016 bis 2019 unterstützt er als Sportlerberater und Fußballberater professionelle Fußballspieler und andere Sportler.
Ab Januar 2018 steht auf omerkaya.de der Bereich Soccer Manager: Vermittlung und Beratung von Profifußballern weltweit, Karriereplanung, Finanzberatung, Vertragsverhandlung und PR, auf Türkisch Futbol Menajeri, mit Transfergesprächen und Sponsoring.
In Deutschland veranstaltet er Sichtungsturniere, und gesichtet wird von großen Ex-Profis, die er dafür nach Deutschland holt.
Euer schnellster Athlet ist noch gar nicht losgelaufen. Gebt den Kampf nicht auf.
Die LektionEin Talent ohne Plan, Vertrag und Berater verschenkt seinen Marktwert, und in deiner Firma gilt das für jeden Schlüsselmenschen.

2019 · Midyat, Mardin
Im Mai 2019 beginnen in Midyat die Dreharbeiten zu Muhteşem Üçlü, produziert von seiner eigenen Firma ÖK Yapım. Bezahlt wird sein erster Kinofilm mit dem Erlös aus der Wohnung, die einst seine Familie wieder zusammengebracht hat. In einer Szene halten Passanten drei Darsteller für echte Straßenmusiker und werfen ihnen Geld in die Instrumentenkoffer.
Drei Tage vor dem Kinostart im Oktober wird der Start abgesagt. Der neue Termin im April 2020 fällt in den ersten Lockdown, und fast 150.000 Euro sind verloren. Gezeigt wird der Film später im türkischen Fernsehen.
Diese Wohnung, auf der eine ganze Geschichte liegt, ermöglicht mir Jahre später, einen meiner größten Träume zu verwirklichen. Ich verkaufe sie. Und mit dem Erlös drehe ich in der Türkei meinen ersten Kinofilm.
Die LektionEin Starttermin, den du nicht kontrollierst, ist ein Risiko, das du einpreisen musst, bevor du dein Geld einsetzt.

2020 · Corona
Im Frühjahr 2020 stehen alle Drehs still, und nichts macht ihn so unglücklich, wie nicht arbeiten zu können. Er baut Haus und Garten um, trainiert abends im Keller und schreibt sein erstes Buch, auf Türkisch, als Gespräch mit einem Fragesteller, der ihn monatelang begleitet. Im Schlusswort verrät er, dass es diesen Fragesteller nie gab: Er war es von Anfang an selbst.
Hayatınızda Keşkelere Yer Vermeyin erscheint im September 2020 bei Az Kitap und geht in die vierte Auflage. Im selben Jahr folgt die fünfbändige Reihe İlham Veren.
Das hier ist keine Erfolgsgeschichte. Das hier ist auch keine Jammergeschichte. Das hier ist einfach: wie es war.
Die LektionSchreibst du deine Fehler ehrlich auf, siehst du dein Leben wie ein Fußballer, der sich nach dem Spiel die Aufzeichnung ansieht.

2020 bis 2022 · Istanbul, Kadıköy
2020 und 2021 lebt er zwei Jahre in Istanbul, in Kadıköy auf der anatolischen Seite, wo auch seine Firma ÖK Yapım sitzt. Ende 2019 hat er Ezel Akay das Drehbuch zu Osman Sekiz angeboten, dann stoppt Corona den Drehstart. Im August 2020 spricht er sogar mit dem Manager von Mike Tyson über einen Kurzauftritt.
Mitten in der Pandemie geht er ins Risiko: Ab März 2021 wird in einem alten Herrenhaus in Kadıköy gedreht, das er zum Studio umbauen lässt, und Ezel Akay dankt ihm öffentlich dafür, dass er dieses Risiko eingeht.
Am 24. März 2022 startet der Film in Deutschland, am 1. April in der Türkei. Es ist sein zweiter Kinofilm und sein teuerster: 800.000 Euro, und aus dem Vertrieb ist bis heute nichts zurückgekommen. Mit beiden Filmen zusammen hat er fast eine Million Euro verloren.
Das Ende der Welt habe ich oft kommen sehen. Jedes Mal war es keins.
Die LektionErfolg in einer Branche schützt dich nicht in der nächsten, und fremdes Terrain kostet zuerst Lehrgeld.

Mitte 2025 · Dubai
Mitte 2025 zieht er mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner Tochter nach Dubai. Den Grund nennt er ohne Umweg: „Ich möchte, dass mein Sohn maskulin aufwächst und meine Tochter feminin aufwächst. Nicht wegen der Steuern.“
Der Junge, der seinen ersten Strand mit achtzehn gesehen hat, lebt heute mit seiner Familie in einer Stadt am Meer. Von dort arbeitet er mit Unternehmerinnen und Unternehmern aus dem deutschsprachigen Raum und den Emiraten.
Dein Kind wird das werden, was Du bist. Nicht, was Du sagst.
Die LektionWer den Standort nach den Kindern wählt statt nach den Steuern, entscheidet über die nächste Generation, nicht nur über die Bilanz.

Heute
Heute ist er Unternehmer und Mentor. Als der Mythenbrecher nimmt er in kostenlosen Videos teure Glaubenssätze über Steuern, Vermögen und Wachstum auseinander, und bei der Kanzlei Falke verantwortet er Management und Strategie.
Aus dem Jungen von der Straße ist ein weiser Mann geworden. Er hat viel erlebt, ist viel herumgekommen und hat Kontakte weltweit, vor allem in Deutschland und in der Türkei, bis in die Politik und die Sportwelt. Mehrere Burnouts, Angststörungen, Panikstörungen: Er hat alles durchgemacht, was ein Unternehmer durchmachen kann, und genau deshalb, sagt er, ist er heute so erfolgreich.
Schon in Keşke schreibt er: „Ich glaube, mein größtes Problem ist mein Vater.“ Jetzt hat der Junge, der vom Vater nie „Bravo, mein Sohn“ gehört hat, ein Buch darüber geschrieben, was Väter in Inhaberfamilien weitergeben. Es erscheint am 23. Oktober 2026.
Wenn eine Unternehmerin oder ein Unternehmer vor ihm sitzt und die eigenen Zahlen nennt, weiß er, wie sich das anfühlt: „Ich habe diese Zahlen früher auch selber genannt. In einem anderen Büro, vor einem anderen Mann, mit denselben zitternden Händen.“ Was sie ihm anvertrauen, sind nie nur Zahlen. Es ist ihr Leben.
Die Hand Deines Vaters liegt auf Deinem Leben, bis Du sie hebst.
Die LektionMuster, die du vom Vater übernommen hast, entscheiden in deiner Firma mit, bis du sie erkennst.
Seine Welten
Die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer kennen eine Branche von innen. Ömer Kaya kennt zehn Welten, von der Straße bis nach Dubai.
90er
Aufgewachsen auf der Straße in Rüsselsheim, mit Narben im Gesicht und ab dreizehn im Boxclub.
2005
Türsteher vor Diskotheken, Sicherheitsmann im Kino, Popcorn für Kinos und Makler auf dem Fahrrad.
2006 bis 2025
Bausparkasse, Allianz und Inter, als Bezirksdirektor führt er rund 160 Leute.
2007 bis 2013
Ab vier Uhr morgens am Steuer, dann die OKay Group mit über vierzig Lkw.
Ab 2009
Personenschutz mit OKay Security, Partys an mehreren Standorten, Konzerte mit Stars wie Bülent Ersoy.
2016 bis 2019
Berater für Profifußballer und Sportler, Sichtungsturniere in Deutschland, gesichtet von großen Ex-Profis.
2016 bis 2022
Produzent von Muhteşem Üçlü und Osman Sekiz, und fast eine Million Euro Lehrgeld.
2020 und 2021
Zwei Jahre in Kadıköy, mitten in der Pandemie ein altes Herrenhaus als Filmstudio.
2020 bis 2026
Keşke in vierter Auflage, die Reihe İlham Veren und jetzt Die Hand des Vaters.
Seit 2025
Mentor für Unternehmerinnen und Unternehmer, mit Kontakten weltweit, vor allem in Deutschland und der Türkei.
Warum er
Ob Unternehmerin oder Unternehmer: Wenn du ein Unternehmen mit Millionenumsatz führst, triffst du die schweren Entscheidungen allein. Ömer Kaya trifft solche Entscheidungen seit seinen frühen Zwanzigern, und er kennt auch die Stufen, die du hoffentlich nie erlebst.
Er wächst in Rüsselsheim auf, in einem Ballungsgebiet, in dem selbst die Polizei teilweise überfordert ist, mit Gewalt zu Hause und auf der Straße. Später steht er nachts als Türsteher vor Diskotheken oder als Sicherheitsmann im Kino. Er weiß aus eigener Erfahrung: „Jeder träumt am meisten von dem, woran er am meisten Mangel hat.“
Mit Anfang zwanzig hat er zwanzig Männer im Alter seines Vaters zum Bleiben gebracht, ohne ihnen etwas versprechen zu können. Später hat er im Vertrieb rund 160 Leute geführt.
2011 kommen Burnout und private Insolvenz, und noch Ende 2011 gründet er eine neue Firma. Es bleibt nicht bei einem Burnout, dazu kommen Angststörungen und Panikstörungen. Er hat durchgemacht, was ein Unternehmer durchmachen kann, und er kennt den Boden und den Weg zurück.
Mit zwei Kinofilmen hat er fast eine Million Euro verloren. Er erzählt diese Verluste offen und mit Zahlen, so wie auf dieser Seite.
Lkw, Security, Partys und Konzerte, Fußball, Film, Bücher und Dubai: Jede dieser Entscheidungen hat er selbst getragen, und seine Kontakte reichen weltweit, vor allem in Deutschland und in der Türkei, bis in die Politik und die Sportwelt. Deshalb fragt er dich, welche Entscheidungen du triffst und woher sie kommen. „Ich kann das, was keine KI kann: Empathie, Erfahrung, Emotionen.“
Bücher
Filme
Zwei Kinofilme und ein Kurzfilm, produziert zwischen Midyat und Istanbul.
Nicht den Fehler einmal zu machen ist das Problem. Aus ihm nicht zu lernen und ihn zu wiederholen: das ist der eigentliche Fehler.
Presse
Yapımcı heißt Produzent. So nennt ihn die türkische Presse, die über seine Filme berichtet, von Hürriyet und Habertürk bis Anadolu Ajansı.
Videos
Drei kurze Videos: über sich, über sein Mentoring und über das neue Buch.
Mit dem Klick lädst du das Video von youtube-nocookie.com. Vorher geht keine Verbindung zu YouTube raus.
Dein nächster Schritt
Ruf im Büro in Hamburg an oder schreib eine E-Mail. Du erzählst, wo du stehst. Er fragt nicht nach deinen Aufgaben, sondern nach deinen Entscheidungen.
Worüber ihr sprecht
Mein Mentoring fängt bei deinen Zahlen an und hört bei deinem Leben auf.